E-Sportler werden: 5 essentielle Persönlichkeitseigenschaften

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In der Theorie ist es einfach: Jeder kann E-Sportler werden, wenn er genügend Zeit und Energie in ein Spiel steckt. Das die meisten Gamer noch keine E-Sportler sind, zeigt, dass die Praxis ein wenig komplexer ist. Welche Voraussetzungen Du erfüllen musst, um ein erfolgreicher E-Sportler zu werden, verrät dieser Artikel.

1. Leidenschaft für das Spiel

Wenn Du E-Sportler werden willst, musst Du Dir über eines bewusst sein: Es gibt hunderttausende Gamer, die genau dasselbe wollen wie Du. Um E-Sportler zu werden, musst Du Dich abheben. Du brauchst ein besseres Spielverständnis, bessere antizipatorische Fähigkeiten und bessere mechanische Skills.

Wie wird man E-Sportler? Darauf gibt es eine kurze Antwort: Sei deutlich besser als andere Spieler. 
Die viel wichtigere Frage ist daher, wie Du besser als andere Spieler wirst. Grundsätzlich gibt es verschiedene Möglichkeiten, Deine Performance lang- sowie kurzfristig zu steigern. Am Ende kommt es jedoch vor allem auf eine Eigenschaft an: Dedication. 

Dedication ist Englisch und bedeutet Hingabe oder Engagement. Es beschreibt, wie viel Energie Du in das Spiel investierst, ohne den Fokus zu verlieren. Dabei musst Du Deine Zeit opfern. 

Mit der richtigen Hingabe verlierst Du den Fokus auch in schweren Zeiten nicht. Wenn Du E-Sportler werden willst, trainierst Du auch, wenn Du weniger Lust hast. 

Es ist wichtig, dass Du Dein Ziel im Blick behältst. Tatsächlich geht Hingabe über den Verstand hinaus und Du musst Dich nicht zum Training zwingen. Erfolgreiche E-Sportler haben regelrecht das Bedürfnis danach, immer besser zu werden.

Beispiel: 

Ein gutes Beispiel für Leidenschaft ist der ukrainische CSGO-Spieler „s1mple“, der für NaVi spielt. Im Jahr 2019 war das erste Major das renommierte Intel Extreme Masters (XIII) in Katowice. NaVi galt neben Astralis als einer der Top-Favoriten. Im Halbfinale traf das Team rund im „s1mple“ auf das Team von ENCE, die klarer Außenseiter waren. 

e-sportler werden wie s1mple

Doch NaVi konnte ihrer Favoritenrolle nicht gerecht werden und nur eine Map dominieren. Mirage und Train gaben sie dagegen jeweils mit 14:16 ab. Am Ende hieß es 2:1 für ENCE. Die Enttäuschung und der Frust der NaVi-Spieler waren gigantisch. Damit hatte eigentlich niemand gerechnet. Auch die Buchmacher, die für einen Sieg von ENCE eine Quote von rund 2,7 angesetzt hatten, wurden überrascht. 

Insbesondere „s1mple“ hatte auf der letzten Map stark performt. Er clutchte ein 1:4 und war mit insgesamt 32 Kills Top-Fragger. Doch trotz dieser harten Niederlage streamte er kurz nach dem Spiel und spielte CSGO. Mit diesem Stream bescheinigte er seine unerbitterliche Leidenschaft, besser zu werden. 

Kurz: Um E-Sportler zu werden, steckst Du bewusst Zeit und Energie in das Spiel.

2. Mit Geduld E-Sportler werden

Wenn Du E-Sportler werden willst, sollten Ausdauer und Beharrlichkeit zu Deinen Eigenschaften zählen. Erfolg ist ein schrittweiser Prozess und manchmal dauert es länger, bis Fortschritte sichbar werden. Trainierst Du beispielsweise jeden Tag Deine Reaktionszeit, kann eine dauerhafte Verbesserung um „nur“ 10 ms je nach Trainingsstand mehrere Wochen oder sogar Monate in Anspruch nehmen.

Wenn Du E-Sportler werden willst, sollten Ausdauer und Beharrlichkeit zu Deinen Eigenschaften zählen. Erfolg ist ein schrittweiser Prozess und manchmal dauert es länger, bis Fortschritte sichbar werden. Trainierst Du beispielsweise jeden Tag Deine Reaktionszeit, kann eine dauerhafte Verbesserung um „nur“ 10 ms je nach Trainingsstand mehrere Wochen oder sogar Monate in Anspruch nehmen. 

Dabei muss das Training hart sein und Du musst jedes Mal Deinen vollen Fokus aufwenden, damit Du Dich nach und nach verbesserst. 

Zudem ist das Ganze kein stetiger Prozess in nur eine Richtung. Denn Du wirst sowohl Fort- als auch Rückschritte machen. Das ist oft frustrierend.

Doch wenn Du geduldig und beharrlich bleibst, verbesserst Du Dich stetig. Und am Ende werden es genau diese 10 ms sein, die Dich von anderen Spielern unterscheiden. 

Das Prinzip des langsamen, aber beharrlichen Fortschritts, haben professionelle E-Sportler verstanden. 

Kurz: Wenn Du E-Sportler werden willst, musst Du verstehen, dass Entwicklung im E-Sport kein Sprint, sondern ein Marathon ist.

3. Impulskontrolle

Die meisten professionellen E-Sportler haben sowohl innerhalb als auch außerhalb des Spiels eine gute Impulskontrolle. Es gibt zwar ein paar wenige Ausnahmen, die trotz einer starken Impulsivität gute Leistungen erzielen, doch die Mehrzahl der Top-E-Sportler trifft Entscheidungen bewusst und kontrolliert. 

Wenn Du E-Sportler werden willst, ist es entscheidend, die Kontrolle über Deine Emotionen und Dein Handeln zu behalten. Emotionen bewusst zu regulieren, bedeutet jedoch nicht, dass Du vollkommen unemotional und robotorgleich spielst. Es bedeutet lediglich, dass Du die Kontrolle über Deine Emotionen und Deine Handlungen hast. 

Auf der emotionalen Ebene äußert sich eine niedrige Impulskontrolle in: 

  • weder die Art, Intensität noch die Dauer einer Emotion kann reguliert werden
  • es kommt zu Affekthandlung innerhalb (beispielsweise unnötig riskante Handlungen) und außerhalb (beispielsweise toxische Aussagen) des Spiels
  • unbewusstes Hineinsteigern in positive sowie negative Gefühlsebenen → alles ist entweder super-gut oder super-schlecht


Auf der verhaltenstechnischen Ebene äußert sich eine niedrige Impulskontrolle in:

  • Handlungen werden wiederholt, ohne dass es eine (vernünftige) Motivation dafür gibt
  • Anspannungszustand löst Drang nach impulsiven Verhalten aus, welches fast automatisch erfolgt (beispielsweise risikieren viele Spieler mehr, wenn sie „underperformen“, was häufig vom Gegner ausgenutzt wird → Abwärtsspirale)
  • Verhalten wird wiederholt, obwohl es der eigenen Person oder dem Team schadet (insbesondere demotivierende Kommunikation während des Spiels)


Kurz: Willst Du E-Sportler werden, brauchst Du eine starke Impulskontrolle. Dadurch behältst Du die Kontrolle über Deine Handlungen und Emotionen.

4. Frustrationstoleranz aufbauen

Es ist egal, um welchen Teil Deines Lebens es geht, ein Prinzip gilt immer: Erfolg und Fortschritt musst Du Dir erarbeiten. Das geht anfangs noch leicht, schnell und ohne Frust. Erinnerst Du Dich daran, wie schnell Du Fortschritte gemacht hast, als Du mit Gaming angefangen hast? Die Lernkurve war mit Sicherheit ziemlich steil, nahm aber über die Zeit immer mehr ab. 

Erwartungen werden enttäuscht, der psychische Druck steigt und Frust kommt dazu. Das ist der Punkt, an dem die meisten Spieler aufgeben. Die Aufgabe wird abgebrochen und damit das Ziel, ein erfolgreicher E-Sportler zu werden, nicht erreicht. 

Ein bekanntes Beispiel hierfür ist das Lernen einer neuen/zweiten Rolle oder Charakters. Die Vorteile sind klar: ein breites Skillset und eine neue Perspektive auf das Spielgeschehen.

Doch die ersten Erlebnisse in der neuen Rolle sind frustrierend. Direkte Duelle werden seltener gewonnen und somit auch Runden, Spiele und Turniere. Viele brechen an dieser Stelle ab und gehen in ihre alte, gewohnte Situation zurück. Der Spieler entwickelt sich nicht weiter und das Ziel wird nicht erreicht. 

E-Sportler entwickeln sich stetig weiter. Dazu gehört das Erlernen neuer Maps, neuer Skills und auch neuer Rollen. Das geht jedoch nur, wenn die Frustrationstoleranz hoch genug ist. Das bedeutet, dass Du über frustrierende Situationen „drüber stehst“. Dabei hilft die Erkenntnis, dass die Belohnung für ein Verhalten verzögert eintritt. 

Kurz: Wenn Du E-Sportler werden willst, musst Du gut mit Frust umgehen. Das erlaubt Dir einen konstruktiven Umgang mit Fehlern sowie das Erlernen neuer Fähigkeiten. 

5. Mit Zielorientierung E-Sportler werden

Gamer setzen ihren Fokus auf das Ergebnis, während E-Sportler auf das Ziel fokussiert sind. Du fragst Dich jetzt sicherlich, worin der Unterschied zwischen Ergebnis und Ziel besteht. 

Jemand der auf Ergebnisse fokussiert ist, misst seinen Erfolg an seiner Kill/Death-Ratio oder seiner Sieg/Niederlagen-Ratio. Erfolg ist dann an kurzfristigen Ergebnissen gemessen. Wenn Du E-Sportler werden willst, solltest Du Dich auf Ziele fokussieren.

Dazu gehört beispielsweise die Verbesserung des Aims oder des Umgangs mit einer bestimmten Fähigkeit. Erfolg wird dann nicht an unbeständigen Fakten wie den Kills innerhalb eines Spieles gemessen. 

  • Ergebnisorientiert: 10/5 Kill-Death-Ratio
  • Zielorientiert: Verbesserung des Aims

Um ein erfolgreicher E-Sportler zu werden, solltest Du Dich auf die Entwicklung bestimmter Fähigkeiten konzentrieren. Kurzfristige Ergebnisse können Dich zwar motivieren, sagen aber wenig über Deinen Fortschritt aus.

Hast Du beispielsweise das Ziel, Dein Aiming zu verbessern, kannst Du das anhand von objektiven Faktoren wie Reaktionszeit, Schnelligkeit und Genauigkeit messen. Orientierst Du Dich an Ergebnissen wie beispielsweise der KD-Ratio, misst Du damit nicht, wie gut Du aimen kannst.

Die
KDRatio ist nämlich von vielen Faktoren (Entscheidungen, Rolle, Fähigkeiten, Crosshair-Placement, Luckiness, Stärke des Gegners, etc.) abhängig. Sie ist somit kein zuverlässiger Indikator für Weiterentwicklung. 

Kurz: Um E-Sportler zu werden, musst Du Dir bewusst sein, dass Ergebnisse nur bedingt etwas über Deinen Fortschritt aussagen. Fokussiere Dich stattdessen auf das Ziel. 

Fazit: 5 Eigenschaften, um E-Sportler zu werden

Wer ein erfolgreicher E-Sportler werden will, braucht 5 Eigenschaften: Leidenschaft, Geduld, Impulskontrolle, Frustrationstoleranz und zielorientieres Denken. Sie geben Dir die mentalen Werkzeuge, um vom durchschnittlichen Gamer zum erfolgreiche E-Sportler zu werden. 

Diesen Werkzeugkasten ständig zu überprüfen und upzugraden, bringt Dich nicht nur auf dem Server weiter. Auch in der realen Welt sind sie wichtig, um voran zu kommen. 

Zwar kannst Du Deine Performance auch kurzfristig verbessern, indem Du beispielsweise Gaming Booster trinkst, doch die Arbeit an Deiner Persönlichkeit bietet Dir konstante und langfristige Vorteile.